Ursprung
Im Jahre 1904 wurde der Labrador in England durch den Kennel Club als eingenständige Rasse anerkannt. Jedoch schon beinahe hundert Jahre zuvor benutzten Fischer auf Grönland einen ähnlichen Hund zum Fischfang. In späteren Jahren fand man solche Hunde auf Fischerbooten, die zwischen Neufundland und England verkehrten.
Es gab wohl zwei verschiedene Typen, einen Größeren, mit einem üppigen, schwarzen Haarkleid, als Neufundländer bekannt, und einen kleineren, beweglicheren Typ, der St. John's Hund genannt wurde. Dieser hatte ein sehr dichtes, wasserabstoßendes Fell und eine dicke, runde Rute ähnlich der eines Otters. Dieser Hund ist in vielen frühen Schriften überliefert, allgemein wird angenommen, dass er der Ahnherr des heutigen Labradors ist.
Bald nachdem dieser Hund in England bekannt geworden war, erkannten die Jäger seine besonderen Vorzüge. Nicht nur konnte er Fische fangen und apportieren, er apportierte auch geschossenen Enten aus dem Wasser, Haar- und Federwild auf dem Lande.
Bereits im Dezember erschien ein Artikel über Rassehunde auf der Hundeausstellung in Birmingham. Dort hieß es über die gezeigten Neufundländerhunde: "Wir möchten die Neufundländer in zwei Klassen aufgeteilt sehen, in den allgemein bekannten Neufundländer und in den kohlschwarzen Labrador, der eine eigene Rasse darstellt."
Der gelbe (gerne auch blond genannt) Labrador:
Der erste gelbe Labrador geht auf das Jahr 1899 zurück, Major C. Radclyffe züchtete aus schwarzen Elterntieren zwei gelbe Welpen. Im Jahre 1916 wurde der englische Labrador Club gegründet. Obwohl in dieser Zeit die schwarzen Hunde dominierten, wurden die gelben ebenso anerkannt.
Der chocolate (gerne auch schokobraun genannt) Labrador:
Die dritte Farbe des Labradors ist chocolatefarbig (braun). Mrs. Pauling und Mr. Severn züchteten einige sehr schöne Hunde dieser Farbe - damals leberfarbig genannt - aber Mrs. Pauling gebührt die Ehre, die erste chocolatefarbige Hündin Ch. Cookridge Tango gezüchtet zu haben.
Informationen Allgemein über den Labrador:
Sein Körperbau:
Mit seinem kräftig bemuskelten, wendigen Körperbau ist der Labrador für die schwere Arbeit in jedem Gelände gut ausgerüstet. Das kurze, gerade und dichte Deckhaar über der weichen Unterwolle ist wasserabstoßend und bietet Schutz in rauhem Terrain. Das kraftvolle, ausgewogene Gebäude ist durch eine fast waagrechte Bauchlinie mit leicht aufgezogener Lendenpartie gekennzeichnet.
Das Fell:
auch genannt Doppelfell, ist kurz, hat dichtes Deckhaar ohne Befederung und Wellung und bedeckt die weiche, wasserabweisende Unterwolle.
Der Rumpf:
Die Brust ist gut bemuskelt und kräftig gebaut, von guter Breit und Tiefe und mit tonnenförmigem Rippenkorb.
Die Pfoten:
sind rund und kompakt; gut gewölbte Zehen mit Zwischenzehenhäuten und kräftige Ballen.
Der Schädel:
ist breit, mit ausgeprägtem Stop; schön geformter Kopf mit trockenen Wangen und mittellangen, kraftvollen Kiefern.
Die Muskeln und Proportionen:
Der Labrador steht fest auf stabilen, kräftigen Vorderläufen. Zwischenzehenhäute sorgen für Schnelligkeit und Ausdauer beim Schwimmen. Die Brust ist nicht übermäßig breit und gestattet den gut bemuskelten Läufen mühelose Bewegungen.
Der Rücken:
Die Rückenlinie ist gerade; die Lenden sind kurz, breit und kräftig.
Die Rute:
Die mittellange, runde Rute, die einem Otterschwanz ähnelt, ist an der Wurzel sehr dick und verfüngt sich allmählich zur Spitze hin; keine Befederung.
Die Ohren:
Die herabhängenden, weder zu großen noch zu schweren Ohren sind ziemlich weit hinten angesetzt.
Die Augen:
Die freundlichen, mittelgroßen, dunklen Augen stehen ziemlich weit auseinander.
Die Nase:
Eine breite Nase mit großen Nasenlöchern auf einem breiten Fang.
Das Gebiss:
Die oberen Zähne greifen knapp über die unteren (Scherengebiß).
Der Hals:
Kräftig und muskulös, mit klaren, festen Konturen.
Die Maße (Widerristhöhe):
Rüde: 54-60 cm
Hündin 50-56 cm (je nach Körperbau)
Gewicht, entsprechend der Höhe:
Rüde 27-36 kg
Hündin: 25-32 kg